Florenz - die Stadt der Renaissance

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Vor allem der Reichtum an Museen, die wunderschönen Paläste und die interessanten Denkmäler machen Florenz zu einer der sehenswertesten Städte der Welt. Spannend sind aber auch die Geschichten, auf die man an vielerlei Ecken stößt.

Impressionen  

  • Ponte Vecchi(c)shutterstock.com, Boris Stroujko
  • Giardino di Boboli_(c)shutterstock.com, Catarina Belova
  • Restaurant in Florenz_(c)shutterstock.com, Christian Mueller


Eine Stadt wie eine Schatzkiste

Im 15. und 16. Jahrhundert gehörte Florenz zu den reichsten Städten Europas, und das ist bis heute nicht zu übersehen. Große Meister wie Leonardo Da Vinci und Michelangelo erschufen grandiose Bauwerke, die zahlreiche Touristen anziehen. Die Altstadt zählt seit 1982 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Kunstwerke wie der Neptunbrunnen, das Reiterstandbild Cosimos I. und eine Kopie von Michelangelos David – das Original steht in der Galleria dell’Accademia – sind auf der Piazza della Signora zu bestaunen. Als wichtigstes Bauwerk auf diesem Platz gilt jedoch der Palazzo Vecchio mit seinem markanten Turm. Hier war früher der Sitz der Regierung.
Sehenswert ist auch die Ponte Vecchio, die älteste Brücke in Florenz. Bereits in römischer Zeit verlief in diesem Bereich die Via Cassia, ein wichtiger Handelsweg der Römer. Ein Flussübergang bestand schon während der Etrusker. In ihrer heutigen Form wurde die „Alte Brücke“ im 14. Jahrhundert erbaut und zwar an der schmalsten Stelle über dem Arno im Stadtbereich. Die überhängenden Geschäftsläden sind ihr charakteristisches Merkmal. Zwischen 1422 bis 1593 betrieben hier vor allem Fleischhauer ihre Geschäfte. Dann aber bezog die großherzogliche Familie den Palazzo Pitti, unweit der Brücke am Südufer gelegen. Die empfindlichen Nasen der Mitglieder der erlauchten Familie ertrugen den Fleischgeruch jedoch kaum. Somit verfügte Oberhaupt Ferdinando I. de’ Medici, dass fortan nur noch Gold- und Silberschmiede auf jener Brücke ihr Handwerk ausüben durften. Zusätzlich ließ man den „Corridoio Vasariano“ über den Läden errichten. Die Ponte Vecchio blieb als einzige Brücke von den Luftangriffen durch die Deutschen im Jahr 1944 verschont. Große Teile alter Wohnquartiere zu beiden Seiten wurden jedoch zerstört. Heute ist die Brücke mit ihren Juwelierläden einer der Anziehungspunkte der Stadt. Einen schönen Blick darauf hat man von der Nachbarbrücke, der Ponte Santa Trinita. Im Gegensatz zu ihrer „alten Nachbarin“ musste sie nach dem Krieg nach altem Vorbild wiedererrichtet werden. Ihre vier Statuen, die die Jahreszeiten darstellen, konnten aus dem Arno geborgen werden.


Geheimnisse der Stadt

Zugegeben, bei der Vielfalt an Sehenswürdigkeiten fällt es nicht leicht, auch noch die Details im Auge zu behalten. Allerdings birgt die Stadt einige Geheimnisse, die es lohnt, sie zu entdecken. So ragt etwa auf der linken Seite des Doms auf dem Stützpfeiler ein Stierkopf heraus. Der Legende nach soll ein Domarbeiter – ein Steinmetzmeister – ein Techtelmechtel mit der Bäckersfrau gehabt haben. Der Bäcker fand dies heraus und brachte das Paar vor Gericht. Die Liebenden wurden des Ehebruchs für schuldig befunden und durften einander nicht mehr sehen. Aus Rache brachte der Steinmetz den Stierkopf am Dom gegenüber dem Haus des Bäckers an, um diesen stets daran zu erinnern, dass er gehörnt worden war.
Im Erdgeschoss hinter dem ersten Fenster des Palazzo Pucci, an der Ecke mit der Via de‘ Servi befindet sich ein zugemauertes Fenster. Dieses erinnert an einen Zwist der Familie Pucci mit den Medici im Jahr 1560. Pandolfo de’ Pucci war mit dem Vorwurf der Unsittlichkeit des Hofes verwiesen worden. Wutentbrannt heuerte er einen Mörder an, um Cosimo de‘ Medici töten zu lassen. Bei besagtem Fenster sollte der Mord geschehen. Der Geheimdienst der Medici bekam jedoch Wind von der Sache, und das Gericht verurteilte Pandolfo zum Tod durch den Strick. Für seinen Seelenfrieden erließ Cosimo den Befehl, das Fenster zumauern zu lassen. Es sollte ihn auf seinem Weg zur Piazza della Santissima Annunziata daran erinnern, dass er nur knapp dem Tode entkommen war. Und das sind nur zwei der vielen Geschichten der Stadt.


Paddeln gegen Krebs

Ein außergewöhnliches Rennen wird im Juli in Florenz ausgetragen. Das IBCPC Dragon Boat Festival findet alle vier Jahre unter der Schirmherrschaft der International Breast Cancer Paddler‘s Commission statt. Das Festival ist eine internationale Veranstaltung, die sich an Teams aus Frauen richtet, die den Brustkrebs besiegt haben. Zum ersten Mal seit seiner Gründung im Jahr 2005 findet das Festival in Kontinentaleuropa statt. Im florentinischen Cascine Park, dem größten öffentlichen Park in der Nähe des Stadtzentrums am Arnoufer, geht das Spektakel vom 6. bis 8. Juli 2018 über die Bühne. Der Wettbewerbscharakter ist bei dieser Veranstaltung Nebensache. Viel mehr geht es um Aufmerksamkeit für diese Krankheit. Als Rahmenprogramm gibt es informative und unterhaltsame Aktivitäten. Drachenboote stammen ursprünglich übrigens aus China und sind – wie der Name schon vermuten lässt – mit einem Drachenkopf geschmückt. Jeweils 20 Sportlerinnen pro Boot stechen im Takt der Trommel ihre Paddel ins Wasser.
infos | www.firenzeturismo.it


Resteverwertung alla Toscana

Ursprünglich war die Panzanella wohl eher als Notlösung gedacht, um trockenes Brot zu verwerten, anstatt es wegzuwerfen. Das altbackene Brot, in Wasser eingeweicht und danach ausgedrückt, wurde mit Zwiebeln, mit Öl und Essig zu einer Art Salat zubereitet. Bereits im 16. Jahrhundert widmete der Dichter Bronzino dieser Speise ein Loblied. Nach und nach gesellten sich Paradeiser, Gurken und Basilikum zu diesem nicht nur in der Toskana beliebten Gericht. Eine perfekte Sommermahlzeit.


Things to do


Treno

Florenz ist nicht genug, Sie möchten mehr von der Toskana sehen? Wer genug Zeit hat, bucht Bahnfahrten nach Siena, Lucca und Pisa um wenig Geld gleich mit. Die Fahrt 2. Klasse nach Siena dauert rund eineinhalb Stunden. In Pisa ist man in 60 Minuten und in Lucca in rund einer Stunde und 20 Minuten.


Gusto

Das beste Eis soll es in der Gelateria Santa Trinita an der gleichnamigen Brücke geben. Es gibt 38 Sorten, darunter die Spezialität „dunkle Schokolade mit Sesam“.
www.gelateriasantatrinita.it


Tipps & Termine

Museumstickets im Web
Gar nicht so einfach, die offizielle Seite der Uffizien zu finden: www.uffizi.it. Auch dies ist eine offizielle Adresse, um Museumstickets online zu buchen:
www.firenzimusei.it

Buchtipp
Dan Browns „Inferno“ als Stadtführer. Es gibt ein reiches Angebot an Rundgängen zum Thema. Wer dem Titelheld Robert Langdon lieber auf eigene Faust folgen will: Der preisgekrönte Reiseführer von Helena Julian „Auf den Spuren von Dan Browns Inferno“ (books & friends, € 19,99) ist dabei eine große Hilfe.

Busfahren
Wer mehr von Florenz kennen lernen will als die Altstadt, setzt sich in den Bus, zum Beispiel mit der Nummer 12 oder 13. Beide Linien bringen spannende Einblicke abseits von Dom und Ponte Vecchio. Endstation ist ein Touristen-Highlight: Die Piazzale Michelangelo. Das 24-Stunden-Ticket kostet nur 5 Euro.
www.ataf.net

Filmfestival Dei Popoli
Oktober 2018
Das Festival ist das bedeutendste Filmfestival der Toskana. Gezeigt werden Filme in Originalsprache mit italienischen Untertiteln im Instituto Italiano per il Film di Decumentazione Soziale und weiteren Orten.
www.festivaldeipopoli.org

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