Florenz - die Stadt der Renaissance

Die wichtigsten Besuchermagneten der toskanischen Hauptstadt – darunter die Uffizien, die Kathedrale Santa Maria del Fiore und der Palazzo Vecchio – stehen am nördlichen Ufer des Arno. Deshalb machen viele Touristen auf der Ponte Vecchio wieder kehrt. Dabei hat es die andere Seite mit dem Stadtteil Oltrarno gar nicht verdient, so stiefmütterlich behandelt zu werden.


Impressionen  

  • Galleria dell´Accademia(c)shutterstock.com, Yasemin Olgunoz Berber
  • Skyline(c)pixabay.com, MustangJoe
  • Piazza Santo Spirito(c)shutterstock.com, Christian Mueller
  • Giardino di Boboli(c)shutterstock.com, SenSeHi
  • Piazza della Republicca(c)pixabay.com, Mariamichelle
  • Biennale(C)biennaledifirenze


Gehen Sie einen Schritt weiter!

Wenn Sie die quirlige „Alte Brücke“, eines der beliebtesten Fotomotive von Florenz, überquert haben, sind Sie auch schon in Oltrarno. Natürlich werden Sie auch hier nicht der einzige Tourist sein, dennoch ticken die Uhren hier alle etwas anders. Die traditionelle florentinische Atmosphäre ist hier noch besser spürbar als im Trubel rund um Piazza del Duomo oder Piazza della Signoria. Nach nur wenigen Schritten die Via de Guicciardini hinauf erreichen Sie die Kirche Santa Felicità. Bereits im vierten Jahrhundert stand hier eine frühchristliche Kirche, die im Laufe der Zeit jedoch mehrmals umgebaut wurde. Einer, der das heutige Erscheinungsbild maßgeblich mitgestaltet hat, war der Architekt und Baumeister Filippo Brunelleschi (* 1377 in Florenz; † 15. April 1446 ebenda). Von ihrer eher unscheinbaren Fassade sollte man sich nicht täuschen lassen. Wenn man die Kirche betritt, lohnt sich ein genauerer Blick zur rechten Seite. Hier befindet sich die Capponi Kapelle mit der Kreuzabnahme Christi von Jacopo Pontormo. Dieses Werk vollendete der Meister im Jahr 1528, und noch immer beeindruckt es durch die leuchtenden Farben. Und dieses ist nicht das einzige Kunstwerk, das die Kirche beherbergt.


Kunst- und Naturgenuss

Unweit von Santa Felicità prangt der ob aus grob behauenem Stein etwas rustikal anmutende Palazzo Pitti. Doch hinter den derben Mauern – und nicht hinter langen Warteschlangen – verbergen sich ebenso allerlei große Kunstwerke. Botticelli, Caravaggio, Raffael, Tintoretto und Tiziano sind nur einige der Namen, auf die Sie hier stoßen werden. Der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts hingegen widmet sich die Galleria d‘Arte Moderna. Wer sich für den Lebensstil der edlen Leute interessiert, ist im Palazzo Pitti ebenso bestens aufgehoben. Die Appartamenti Reali, also die königlichen Gemächer, geben Aufschluss darüber. Hier können Sie unter anderem prächtige Interieurs und Möbel, feinstes Tafelgeschirr und elegante Mode aus verschiedensten Epochen bestaunen. Wem nun der Sinn nach etwas Entspannung im Grünen steht, findet diese im Giardino di Boboli. Gleich hinter dem Palazzo Pitti erstreckt sich auf einer Fläche von 4,5 Hektar eine hügelige, zauberhafte Gartenlandschaft mit Grotten und Brunnen berühmter Künstler des 16. Jahrhunderts. Über einen Spaziergang entlang der verschlungenen Wege und mit Zypressen gesäumten Alleen freuen sich Körper und Geist. Weitergehen könnte die Erkundungstour durch Oltrarno mit einem Besuch des ältesten Naturkundemuseums Europas, La Specola. Peter Leopold von Habsburg-Lothringen, Erzherzog von Österreich und Großherzog der Toscana gab den Anstoß dafür, die Eröffnung erfolgte 1771. Die Sammlung zeigt die Vielfalt von Flora und Fauna zwischen Nord- und Südpol. Die Palette reicht von Skeletten und Fellen längst ausgestorbener Tiere über ausgestopfte, in Formaldehyd eingelegte Exponate bis zu Modellen, die in der anatomischen Sammlung Einblicke in das Innere des menschlichen Körpers geben. Dieses Museum präsentiert sich etwas angestaubt, jedoch genau das verleiht ihm einen besonderen Charme. Aber Vorsicht: Manche der Exponate sind etwas gruselig.


Durch die Gassen treiben lassen

Wem La Specola zu unheimlich ist, kann stattdessen zur Piazza Santo Spirito schlendern. Dieser von alten Stadtpalästen umgebene und mit Bäumen bepflanzte Platz eignet sich vortrefflich für eine Kaffeepause. In den Straßencafés kann man nicht nur seinen Espresso schlürfen, sondern auch wunderbar das Treiben der Florentiner beobachten oder den Straßenmusikern lauschen. Sehr wahrscheinlich ist vor etwa 600 Jahren auch der Maler Masaccio über diesen Platz gewandelt, liegen doch mit der Brancacci-Kapelle und der Carmine- Kirche zwei seiner Wirkungsstätten ganz in der Nähe. Die Fresken des Künstlers, der nur 27 Jahre alt werden sollte, bestechen durch die lebendige Darstellungsweise der Figuren, sowie die Farb- und Lichtführung. Was Oltrarno ebenfalls besonders auszeichnet, ist das Handwerk, das hier noch sehr lebendig ist. In der einen Werkstatt poliert ein Goldschmied einen eben gefertigten Ring, etwas weiter näht ein Schuster in alter Tradition feine Herrenschuhe, in einem anderen Laden wiederum setzt ein Mosaikkünstler aus kleinen Murano-Glasstücken ein buntes Bild zusammen und in einer der Werkstätten entsteht marmoriertes Papier. Und natürlich darf auch in Oltrarno der Gaumen nicht zu kurz kommen. Zahlreiche Lokale locken mit ihren typisch florentinischen Köstlichkeiten, und das häufig zu günstigeren Preisen als auf der Nordseite des Arno. Ob Sie nur eine kleine Zwischenmahlzeit oder ein ausgiebiges Abendessen genießen wollen: Schauen Sie, in welchen Trattorien und Lokalen die Einheimischen sitzen. Dort schmeckt es bestimmt. Auf und rund um die Plätze Santo Spirito, San Frediano und San Niccolò werden Sie bestimmt fündig. infos | www.firenzeturismo.it


Pollo al Mattone

Zugeben, zimperlich gehen die Florentiner mit ihren Hendln nicht um. Gerne halbieren und drücken sie das wohlgemerkt geschlachtete Huhn mit einem Ziegel (Mattone) flach, um es dann in einem Terrakotta-Bräter auf Holzfeuer zu garen. Das Ergebnis kann sich sehen, oder vielmehr schmecken lassen: Pollo al mattone – außen knusprig und innen saftig und köstlich.


Things to do


Treno

Florenz ist nicht genug, Sie möchten mehr von der Toskana sehen? Wer genug Zeit hat, bucht Bahnfahrten nach Siena, Lucca und Pisa um wenig Geld gleich mit. Die Fahrt 2. Klasse nach Siena dauert rund eineinhalb Stunden. In Pisa ist man in 60 Minuten und in Lucca in rund einer Stunde und 20 Minuten.


Gusto

Das beste Eis soll es in der Gelateria Santa Trinita an der gleichnamigen Brücke geben. Es gibt 38 Sorten, darunter die Spezialität „dunkle Schokolade mit Sesam“.
www.gelateriasantatrinita.it


Mercato

Auf dem Mercato Nuovo am gleichnamigen Platz boten bereits im 11. Jahrhundert Händler ihre Waren feil. Heute kann man hier schöne Textil- und Lederwaren sowie Kunsthandwerk erstehen. Der Markt ist auch als Mercato del Porcellino (Ferkelmarkt) bekannt. Nicht, dass es hier auch Ferkel zu kaufen gäbe – ein Brunnen mit einer Bronzestatue aus dem 17. Jahrhundert in Form eines Wildschweines am Eingang gab dem Markt diesen Beinamen. Es heißt, wenn man die Nase des Schweines berührt, wird man nach Florenz zurückkehren.


Tipps & Termine

Museumstickets im Web
Gar nicht so einfach, die offizielle Seite der Uffizien zu finden: www.uffizi.it. Auch dies ist eine offizielle Adresse, um Museumstickets online zu buchen:
www.firenzimusei.it

Biennale
01. bis 31. Oktober 2019 / Fortezza da Basso
Die Biennale von Florenz vereint alle zwei Jahre die internationale Elite der zeitgenössischen Kunst in der Fortezza da Basso.
www.florencebiennale.org

Busfahren
Wer mehr von Florenz kennen lernen will als die Altstadt, setzt sich in den Bus, zum Beispiel mit der Nummer 12 oder 13. Beide Linien bringen spannende Einblicke abseits von Dom und Ponte Vecchio. Endstation ist ein Touristen-Highlight: Die Piazzale Michelangelo. Das 24-Stunden-Ticket kostet nur 5 Euro.
www.ataf.net

Palazzo Pitti und Boboli Garten
Im Stadtteil Oltrarno, was „auf der anderen Seite des Arno“, bedeutet finden Sie den Palazzo Pitti. Der Palazzo beherbergt Galerien und große Museen mit bedeutenden Gemälde-, Skulpturen- und Kunstobjektsammlungen. Im Boboli-Garten mit seinen herrlichen italienischen Gärten kann man dem Trubel der Stadt entfliehen.
www.visitflorence.com
 

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