Graz - die Stadt der roten Dächer

Die zweitgrößte Stadt Österreichs ist äußerst facettenreich: Mit einem von Renaissance- und Barockbauten geprägten Stadtzentrum einerseits und modernen Architektur-Glanzlichtern, wie etwa dem Kunsthaus andererseits, bietet die Stadt am Fuße des Schlossberges interessante Kontraste. Diese sind auch in einem weniger bekannten Stadtteil – dem Lendviertel – spürbar.


Stadtteil spannender Gegensätze

Lange war die Gegend westlich der Innenstadt, das Lendviertel, so etwas wie das Stiefkind der Grazer. Doch in den letzten Jahren ist einiges passiert: Das einst von Touristen kaum beachtete ehemalige Arbeiterviertel hat sich längst zu einem sehenswerten Flecken der Stadt mit attraktiven Sehenswürdigkeiten, einem beliebten Bauernmarkt und kreativen Geschäften gemausert. Wie ein eigenes Dorf in der Stadt gelegen hat es einen ganz besonderen Charme. Vergangenheit und Gegenwart treffen hier auf faszinierende Weise aufeinander. Bereits aus dem 17. Jahrhundert etwa stammt der Kalvarienberg auf dem Austein. Auf diesem imposanten Felsen neben der Mur wurde die Via Dolorosa in Anlehnung an den Kreuzigungshügel Golgota in Jerusalem nachgebildet. Auch wenn der Anstieg etwas anstrengend ist: Allein der schöne Ausblick lohnt die Mühe. Auf dem Gipfel erwarten den Besucher unter anderem drei Kreuze, eines davon mit einer goldenen Jesus-Figur. In den Kapellen findet man unter anderem schöne Fresken oder die Gruppe der drei Marien. Wie der Grazer Kalvarienberg ist die Mariahilferkirche ein weiterer christlicher Wallfahrtsort im Stadtteil Lend. Mit den harmonischen Proportionen ihrer Barockfassade, der schlichten Eleganz der beiden Türme und dem Renaissance-Langhaus gilt sie als eines der schönsten Beispiele sakraler Baukunst in Graz. Im zweiten Hof des Kreuzgangs befindet sich im oberen Stockwerk der prunkvolle Saal der Minoriten im Renaissance-Stil. Dieser prunkvolle Raum bietet heute Konzerten einen stilvollen Rahmen.


Kultur jenseits der Mur

Ebenso im Lendviertel befindet sich das Kunsthaus, das im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2003 errichtet wurde und Teil des Universalmusemus Joanneum ist. Mit seiner außerirdisch anmutenden Architektur sticht es zwischen den übrigen, hauptsächlich barocken Bauwerken hervor. Es gilt längst als eines der Wahrzeichen der Stadt und beherbergt in verschiedenen Ausstellungen zeitgenössische Kunst der letzten fünf Jahrzehnte. Ein weiterer Ort für Kultur im Lendviertel ist das Grazer Orpheum. Gegründet im Jahr 1899 gilt es als eine der ältesten Theaterbühnen der Stadt. Die Spielstätte bietet seinen Besuchern derzeit eine große Auswahl an Programmen für jedes Alter, darunter Kindertheater, Kabarett, Jazz-, Rock- und Pop-Konzerte. Wie in vielen anderen Städten auch, war der Fluss einst wichtige Lebensader und bedeutender Transportweg. In der steirischen Hauptstadt ist es die Mur, die einst die Stadt entzweite. Dieser Aspekt hat mit dem Einzug modernerer Transportmöglichkeiten und Technologien etwas an Bedeutung verloren. Ein relativ neuer Weg, von der Altstadt in das Lendviertel – oder umgekehrt – zu gelangen, ist die Murinsel mit der Brücke, ebenfalls ein „modernes Relikt“ aus dem Kulturhauptstadtjahr. Sie stammt aus der Feder des in New York lebenden Künstler Vito Acconci. Auf diesem muschelförmigen Schwimmobjekt lädt unter anderem ein Café zu einer Pause ein.


Zu Wasser oder durch die Gassen

Für Besucher, die den Fluss und die Stadt auf abenteuerliche Weise entdecken möchten, empfiehlt sich eine Murtour. Eineinhalb Stunden lang treiben die Teilnehmer in aufblasbaren Flößen die Mur hinunter und erleben eine Mischung aus Stadtansichten und Naturerlebnis in Kombination mit einer Portion Adrenalin: Rafting trifft Sightseeing sozusagen. Wer derweilen lieber gemütlich durch die Straßen schlendert, findet – nicht nur entlang der Mariahilferstraße – eine Reihe origineller und kreativer Läden: Dieses Viertel bietet so manche Fundgrube für außergewöhnliche Mitbringsel für sich selbst oder für die Lieben daheim.


Ein Viertel für Genießer

Nach Angaben von Graz Tourismus hat die steirische Landeshauptstadt mit 800 Stadtbauern europaweit die höchste Dichte an Markttagen. Hier bieten keine Händler, sondern die Bauern selbst ihre Köstlichkeiten feil. Einer der beliebtesten dieser Märkte ist jener auf dem Lendplatz. Täglich, außer Sonntag, gibt es hier von 06:00 – 13:00 Uhr knuspriges Bauernbrot, Speck und Selchwürste, Fisch, Fruchtsäfte, frische Blumen, Obst und Gemüse zu kaufen. Gleich nebenan erfreut die „Süße Luise“ die Herzen aller Schleckermäuler mit allerlei frischen, süßen Backwaren und Kaffeespezialitäten. Wem der Sinn eher nach etwas Deftigem steht, ist im Gasthaus „Zur alten Press“ gut aufgehoben. Die typisch, österreichischen Gerichte schmecken im urigen Ambiente des Herrenhauses aus dem 17. Jahrhundert besonders authentisch.
infos | www.graztourismus.at


Saftig, knackig und gesund

Kulinarisch gesehen ist die Steiermark unter anderem für die Äpfel bekannt. Etwa 80 Prozent der in Österreich jährlich verspeisten heimischen Äpfel kommen aus diesem Bundesland. Für jeden Verwendungszweck ist da die richtige Sorte dabei. Gerne vernaschen die Steirer ihr Lieblingsobst als Apfelschlangel. Im Gegensatz zum klassischen Apfelstrudel landet das Obst dafür in einer Mürbteighülle. Besonders gut geeignet sind die Sorten Kronprinz Rudolf und Jonagold (Foto).


Things to do


Losfahren

Mit dem Graz-3-Tages-Ticket können Sie alle öffentlichen Verkehrsmittel und die Schlossbergbahn in Graz (Tarifzone 101) drei Tage lang benützen: alle städtischen Verkehrsmittel mit ein- und zweistelliger Liniennummer, die Schlossbergbahn, die S-Bahnen und Regionalbusse. Zusätzlich erhalten Sie bei bestimmten Sehenswürdigkeiten ermäßigten Eintritt. Zwei Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahr dürfen kostenlos mitfahren.


Mitspielen

In der Herrengasse lädt seit August letzten Jahres ein Spielzeugmuseum große und kleine Besucher zum Bestaunen der liebevoll zusammengetragenen Schauobjekte ein. Auf etwa 300 Quadratmetern sind hier Schaukelpferde, Puppenstuben, Blechspielzeug, Modelleisenbahnen und vieles mehr zu sehen. Manche Exponate sind bis 200 Jahre alt. www.spielzeugmuseumgraz.at


Weitschauen

Im Jahr 1839 wurde auf der Platte der erste Aussichtspavillon eröffnet. Nachdem dieser zusehends verfiel, errichtete der Steirische Gebirgsverein 1880 einen 18 Meter hohen gemauerten Aussichtsturm, der nach Prinzessin Stephanie von Belgien benannt wurde. Die Stephanienwarte bietet einen eindrucksvollen Panoramablick über das Stadtgebiet von Graz.


Herumstaunen

„Kunst lieben, Kultur leben, Natur verstehen“ - das Universalmuseum Joanneum macht Lust auf spannende Entdeckungsreisen an 13 Standorten! Zu seinen Highlights zählen Schloss Eggenberg, das Landeszeughaus, das Kunsthaus Graz, das Science Center im Joanneumsviertel sowie das Österreichische Freilichtmuseum in Stübing.
Gleich mitbuchen! 24h-Karte für alle Häuser des Universalmuseums Joanneum
Erwachsene: 13,50 (statt 15,-) Kinder 6-18 Jahre: 6,- (statt 6,50)
mehr zum ÖBB Plus-Angebot

Tipps & Termine


Grazer Märchenbahn
ganzjährig
Schlossbergplatz 1
www.grazermaerchenbahn.at


Aufsteirern
13. bis 15. September 19
Innenstadt
www.aufsteirern.at


Grazer Uhrturm
ganzjährig
Altstadt Graz
www.graztourismus.at


Österreichischer Skulpturenpark
März bis Oktober 19
Premstätten
www.museum-joanneum.at/skulpturenpark

Impressionen  

  • Graz_Murinsel(c)Graz Tourismus, Harry Schiffer
  • Graz_Uhrturm(c)pixabay.com, bogitw
  • Graz_La_Strada(c)Graz_Tourismus, Harry Schiffer
  • Graz_Schlossbergstiege(c)pixabay.com, rkit
  • Graz_Styriarte(c)Werner Kmetitsch


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