Rom - die ewige Stadt

Von Roms Vielzahl an Sehenswürdigkeiten bleibt wohl kaum jemand unbeeindruckt. Kolosseum und Petersdom, Forum Romanum und Trevi-Brunnen gehören zu den Glanzlichtern der Stadt. Wir haben einige Informationen zusammengetragen, die sie die berühmten Attraktionen noch einmal mit ganz anderen Augen betrachten lassen.

Impressionen  

  • Testaccio Markt(c)shutterstock.com, rarrarorro
  • Petersdom(c)Pixabay.com, Websi
  • Trevibrunnen(c)pixabay.com, djedj
  • Forum Romanum(c)pixabay.com, kirkandmimi
  • Alfa Romeo(c)pixabay.com, Frog
  • Orangengarten(c)shutterstock.com, Thorsten Link


Brot und Spiele

Das Kolosseum war das größte Amphitheater des ganzen römischen Reichs. 50.000 sensationslüsterne Zuschauer konnten hier die Spiele einst live auf vier Etagen verfolgen. Die durchdachte Bauweise ermöglichte es dennoch, das Kolosseum im Notfall binnen fünf Minuten zu räumen. Dafür sorgten unter anderem 76 Ein- bzw. Ausgänge und vier weitere, die dem Kaiser, dem Adel und den Gladiatoren vorbehalten waren. Für die Eröffnungs-Gladiatorenspiele im Jahr 80 nach Christus sollen laut dem Geschichtsschreiber Cassius Dio allein am Eröffnungstag rund 5.000 wilde Tiere in der Arena getötet worden sein. Fast 450 Jahre lang war das Kolosseum für die Spiele für das Volk in Betrieb – unterbrochen nur in den Jahren von 217 bis 238, als es nach einem Brand durch Blitzschlag am 23. August 217 renoviert werden musste. Diese Fakten war den Italienern immerhin eine Abbildung des grandiosen Bauwerks auf der Fünf-Cent-Münze wert.


Geheimnisse der Stadt

Viele ebenfalls interessante Besonderheiten und Attraktionen bleiben den Besuchern hingegen häufig verborgen. Einen Besuch wert ist der Aventino, einer der sieben Hügel Roms. Es lohnt sich, den etwas anstrengenden Anstieg in Angriff zu nehmen. Von der Via di Santa Sabina aus kommt man zuerst am „Giardino degli aranci“, einem Park mit vielen Orangenbäumen vorbei. Von der Terrasse aus genießt man wunderschöne Aussichten auf den Tiber und das Viertel Trastevere. Auf dem höchsten Punkt des Hügels befindet sich der Sitz des Malteserordens. Hier sollte man nach der grünen Holzpforte Ausschau halten und durch das eisenbeschlagene Schlüsselloch, das „Buco di Roma“ schauen. Was Sie da sehen? Na gut, wir verraten es Ihnen: Sie sehen den Petersdom aus einer besonders interessanten Perspektive. Einen ähnlich interessanten Blick auf den berühmten Dom offenbart auch ein Spaziergang von Villa Pamphili entlang der Via PiccoloPiazza Navona: mini. Der aufmerksame Betrachter entdeckt Hier wird man von Musik begleitet hier eine faszinierende Illusion: Geht man in Richtung Basilika, scheint sie immer weiter wegzugleiten. Je weiter weg man sich davon jedoch bewegt, desto näher scheint die Kuppel zu kommen. Verblüffend. Die italienische Hauptstadt kann aber auch mit sprechenden Statuen aufwarten. Nun ja, tatsächlich reden tun sie nicht. Vielmehr dienten diese Skulpturen seit dem 15. Jahrhundert als eine Art Litfasssäulen für Botschaften an Klerus und Adel, die man nicht auszusprechen wagte. Angeblich war es ein Schneider namens Pasquino, der einer Statue auf dem gleichnamigen Platz seine Stimme verliehen hat. Er soll die Botschaft „Quod non fecerunt barbari fecerunt Barberini“ (Was die Barbaren nicht getan haben, das haben die Barberini getan) daran angebracht haben. Gerichtet war die Botschaft auf diesem Wege an den Papst Urban VIII. aus der Familie der Barberini. Er ließ das bronzene Dach des Pantheon abtragen und einschmelzen, um so an Material für den Baldachin im Petersdom zu kommen. Diese Art des Protests machte bald Schule, und auch andere nutzten an verschiedenen Orten Roms die Möglichkeit des mehr oder weniger anonymen Protests. Weitere dieser sprechenden Statuen befinden sich unter anderem mit der „Madama Lucrezia“ am Palazzo Venezia oder mit dem „Facchino“ an der Ecke Via Lata, Via del Corso. Heutzutage bedient man sich für solche Zwecke diverser Social-Media-Plattformen im Internet.


Über Flöhe und Katzen

Wer an einem Sonntag in Rom ist, sollte einen Besuch des Flohmarktes an der Porta Portese nicht verpassen. Aufmerksamen Flohmarktliebhabern, Jägern und Sammlern tun sich hier oftmals zwischen Kitsch und Krempel wahre Schätze auf: Antikes, Rares und Kurioses. Und auch, wenn es nicht jedermanns Sache ist, Verhandeln und Feilschen gehört hier zum guten Ton. Der Sonntag ist übrigens auch ein guter Tag für einen Spaziergang entlang der Via Appia Antica. An Sonntagen, aber auch an Feiertagen, ist die sonst stark befahrene Straße für den Autoverkehr tagsüber gesperrt. Sie können sich also autofrei im archäologischen Park auf die Spuren der Römer machen. Wussten Sie, dass es in Rom fast 300.000 Katzen gibt? Viele leben auf der Straße. Um die Zahl der Straßenkatzen zu dezimieren, wurde vor 25 Jahren auf private Initiative das Katzenheim an der Area Sacra di Torre Argentina – mitten im Zentrum der Stadt – ins Leben gerufen. Die Katzen werden eingefangen, kastriert und geimpft, bei Bedarf gesund gepflegt und dann wieder in die Freiheit entlassen. So können sie keine Krankheiten mehr übertragen und sich nicht mehr vermehren. Tierliebhaber können das Heim auch besuchen – eine Futterspende ist hier sehr willkommen. infos | www.turismoroma.it


In die Röhre (-nnudel) schauen

Man nehme Bucatini (röhrenförmige Nudeln aus Hartweizenmehl) und serviere diese mit einer Sauce aus Guanciale (Speck aus der Schweinebacke), Paradeisern, Pecorino-Käse, Peperoncini und Olivenöl. Ecco: Schon haben Sie ein typisches Gericht aus dem Latium. Es nennt sich übrigens Bucatini all’Amatriciana. Aber wundern Sie sich nicht, im römischen Dialekt findet man dieses oft auch als Bucatini alla matriciana auf der Speisekarte.

Things to do


Passt

Der Roma-Pass bietet freie Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln für drei Tage (exkl. Flughafentransfer) und freien Eintritt in zwei Museen oder Sehenswürdigkeiten Ihrer Wahl. Außerdem gibt es 25 Prozent Rabatt auf Stadtrundfahrten und Touren und viele weitere Ermäßigungen, etwa in Museen oder für Leihräder.


Schmeckt

„Forno Campo de’ Fiori“ ist eine Institution auf der gleichnamigen Piazza. Seit 1819 versorgt die Traditionsbäckerei die Menschen mit feinstem Brot und Gebäck. Hier ist auch eine gute Adresse für Streetfood der besonderen Art: Für die „Pizza Bianca“ wird knuspriger Pizzateig nicht mit Tomatensauce bestrichen, sondern mit feinstem Olivenöl. Belegt mit hochwertigen Zutaten nach Belieben wird daraus eine Zwischenmahlzeit, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. www.fornocampodefiori.com


Zischt

Die Bahnfahrt von Rom nach Neapel dauert nur rund eine Stunde. Deshalb eine Nacht länger bleiben und ans Meer düsen. Das quirlige Treiben in Neapel ist es wert. Und die historische Altstadt ist sogar Weltkulturerbe. Ticket hin und retour.


Tipps & Termine

Bar - Freniefrizoni
ganzjährig
Das Freniefrizoni ist eine stylische Bar, mit dem besten Aperitivo, wo man nett draußen sitzen und mit Einheimischen in Kontakt treten kann.
www.freniefrizioni.com

Testaccio Markt / Piazza Testaccio
ganzjährig
Es heißt, man müsse den Markt einer Stadt besuchen, um ihre Seele und ihren Geist zu verstehen. Unser Vorschlag ist der überdachte Testaccio Markt im gleichnamigen Arbeiterviertel.
www.mercatoditestaccio.it

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