Venedig - die Stadt der 1000 Brücken

 

Die Lagunenstadt ist voll mit historischen Stätten, Denkmälern der Architektur und der Kunst. Kein Wunder also, dass Venedig eine der meistbesuchten Städte weltweit ist. Aber: Venedig spielt sich bei weitem nicht nur auf dem Markusplatz ab. Es lohnt sich durchaus, etwas Zeit einzuplanen, um die weniger bekannten Stadtteile zu erkunden


Schiefer Turm und Spitze

Während sich auf und rund um die Piazza San Marco vor allem in der Hauptsaison Scharen von Besuchern tummeln, gibt es in der Lagunenstadt unweit vom Zentrum richtige Oasen der Beschaulichkeit zu entdecken. Zwischen den Häusern flattert bunte Wäsche an den Leinen zum Trocknen, an einem schattigen Plätzchen döst eine Katze vor sich hin, und aus den Häusern dringt angeregtes Stimmengewirr. Die älteren Bewohner treffen sich zu einem Plausch und spielende Kinder erfüllen die Gassen mit ihrem Lachen. Besonders malerisch ist das Viertel Burano. Auf einer autofreien Insel gelegen, lässt es sich hier gemütlich entlang der Kanäle und durch die Gassen mit den auffällig bunten Häuserfassaden bummeln. Sehenswert ist auch die Kirche San Martino. Bereits von der Fähre aus ist die Kirche an der Piazza Galuppi zu sehen. Das Besondere daran ist der schiefe Kirchturm aus dem 17. Jahrhundert: Bei einer Höhe von 53 Metern weist dieser eine Neigung von 1,85 Meter auf. Das ist zwar etwas weniger Schräglage als der Turm von Pisa vorzuweisen hat, aber immer noch sehr auffällig. Ebenfalls empfehlenswert sind auf Burano die Gaststätten, in denen man schmackhafte Fischgerichte zu leistbaren Preisen genießen kann. Vor allem ist Burano aber für das Spitzenhandwerk bekannt. In einer aufwändigen Nadeltechnik werden hier nach wie vor filigrane Deckchen, Wandbehänge und andere Werkstücke per Hand gefertigt. Hierher gelangt man per Vaporetto – Wassertaxi – beispielsweise ab der Station Fondamenta Nuove, dem Bahnhof Venezia Santa Lucia.


Das Venedig der Venezianer

Einer der ursprünglichsten Stadtteile Venedigs – hier heißen sie Sestiere – ist wohl Castello. Obwohl vom Markusplatz aus eine Promenade mit Blick über den Lido hierher führt, verirren sich Touristen nur selten hierher. Viele Grünflächen, wie beispielsweise der Garibaldi-Park, laden hier ein, die Seele baumeln zu lassen. In Dorsoduro südlich des Canal Grande geht es ähnlich gemütlich zu. Dorsoduro bedeutet „harter Boden“, weil dieser Stadtteil als einer der wenigen in Venedig auf festem Felsg r u n d gebaut wurde. Um die Mittagszeit kann es sein, dass man ganz allein an den Palazzi, Geschäften und Kanälen entlang schlendert. Mit etwas Glück kann man hier einen Blick in einen der liebevoll gepflegten, privaten Gärten in den Innenhöfen erhaschen. Nach der Siesta erwacht aber auch dieser Stadtteil aus dem Dornröschenschlaf. In den kleinen Greisslerläden erledigen Hausfrauen ihre Besorgungen, durch die Kanäle knattern Lastkähne, und wer Glück hat, kann dabei zusehen, wie die berühmten Gondeln gebaut werden. Über den Campo Santa Margherita und den Canal Grande gelangt man in den Stadtteil Cannaragio, in dem sich auch der Hauptbahnhof befindet. Hier sind noch zahlreiche Besucher unterwegs. Weiter östlich liegt der Venezianer beliebteste Einkaufsstraße, die Strada Nova. In den vielen kleinen Geschäften und an den Verkaufsständen werden von Brot und Gebäck über Obst und Gemüse sowie frischen Wurstspezialitäten allerlei Köstlichkeiten angeboten. Aus den typischen Café-Bars dringt köstlicher Kaffeeduft. Keinesfalls sollte man es verpassen, sich einen typisch venezianischen Imbiss schmecken zu lassen: Cicchetti, die mit Salami, Thunfisch oder Käse reichlich belegten Röstbrotscheiben. In diesem Viertel, auf dem Platz der Kirche Santa Maria dei Miracoli, wird auch der größte Flohmarkt der Stadt abgehalten, allerdings nur an zehn Tagen im Jahr.


Wenn der Abend kommt

Am Abend wird es auf dem Markusplatz ruhiger. Wenn die Tagesausflügler abgereist sind, kann man die berühmten Attraktionen zumindest von außen in Ruhe genießen. Eine schöne Art, die bekanntesten Sehenswürdigkeiten zu entdecken, ist eine Fahrt per Vaporetto. Von Bord des Wasserbusses aus genießt der Fahrgast auf der Linie 1 über den Canal Grande wunderbare Ausblicke auf die in das Licht der untergehenden Sonne getauchte Stadt. Eine Fahrt von Sant’Elena bis zur Station Rialto beispielsweise dauert etwa 45 Minuten. Schneller geht es mit der Linie 2, die nicht an allen Stationen anlegt. Von der Haltestelle aus erreicht man nach wenigen Schritten den Dogenpalast, den Markusdom mit seinen fünf Kuppeln und den Campanile. In den Gastgärten der berühmten Cafés – Florian, Levana oder Quadri – bekommt man nebst diverser Gaumenfreuden meist auch Livemusik kredenzt. So könnte ein Tag voller neuer venezianischer Impressionen ausklingen, bevor sich der typische Nachtnebel über die Gassen und Kanäle legt. Dieses kulinarisch-musikalische Vergnügen hat allerdings seinen Preis.
Infos | www.veneziaunica. it/de


Un Bellini, per favore!

Am 31. März 1931 eröffnete Giuseppe Cipriani (1900 – 1980) Harry’s Bar. Es soll die Lieblingsbar von Schriftstellern wie Ernest Hemingway, Sinclair Lewis und Orson Welles in der Lagunenstadt gewesen sein. Ob das am hier kreierten Bellini lag, ist nicht überliefert. Jedenfalls avancierte der Cocktail aus trockenem Prosecco oder Champagner, einem halben pürierten weißen Pfirsich und nach Geschmack etwas Zuckersirup bald zu einem der international bekannten Klassiker.

Ein Intermezzo vom Alltag

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Things to do


Stadttrip

Stadtspaziergang. Besichtigen Sie die historische Stadtmitte und spazieren Sie über den Markusplatz zum Dogenpalast und zur Seufzerbrücke. Am Ende der Tour steht es Ihnen frei, die Kunst der Glasbläser in Murano zu bestaunen.


Taxitrip

Das Vaporetto Ticket. Wer Venedig zu Wasser entdecken möchte, sollte sich unbedingt das Vaporetto Ticket kaufen. Es ist für die Nutzung aller Verkehrsmittel in Venedig mit Ausnahme der Strecken von Alilaguna und Actv Linien Nr. 16, 19, 21, Casino und des Vaporetto dell´Arte für den gewählten Zeitraum gültig.


Palasttrip

Der Dogenpalast. Besuchen Sie eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Venedigs und erhalten Sie bevorzugten Einlass. Tauchen Sie ins Mittelalter ein und bewundern Sie die Kunstwerke. Tour nur in Englisch. Montag und Freitag auch in Deutsch.


Tipps & Termine

Handgefertigte Masken
Wer auf schöne Masken Wert legt, pilgert zu Ca´del Sol oder zu Ca´Macana. In diesen Ateliers werden sie auch heute noch handgefertigt. Die Künstler orientieren sich an den alten Vorbildern. Die Kreativität hat ihren Preis, dafür erhält man ein Unikat.
www.cadelsolmascherevenezia.com
www.camacana.com

Peggy Guggenheim Collection
ganzjährig
Seit 1980 ist in den Räumen des Palazzo Venier Peggys Privatsammlung, die "Peggy Guggenheim Collection", untergebracht. Im Museum sind Kunstwerke unter anderem von Pablo Picasso, Max Ernst, Wassily Kandinsky, Piet Mondrian und Hans Arp zu sehen.
www.guggenheim-venice.it/inglese/default.html

Dolce Vita
Die traditionsreiche Pasticceria Tonolo im Stadtteil Dorsoduro ist eine der besten Konditoreien Venedigs und ein sehr guter Platz zum Frühstücken. Neben Cappuccino, warmen Croissants und köstlichen Küchlein gibt es hier auch eine ordentliche Portion Atmosphäre.
www.pasticceriatonolo.com

Kunstmesse La Biennale
01. Mai bis 30. November 2019
verschieden Orte
Die Biennale, das älteste und bedeutendste internationale Forum für zeitgenössische Kunst, Architektur, Kino, Tanz, Musik und Theater findet seit 1895 zweijährlich statt.
www.labiennale.org


Impressionen  

  • Sonnenuntergang Markusplatz_(c)shutterstock.com
  • Foto: Shutterstock.com, AR Pictures
  • Karneval_Blaue Maske(c)Pixabay.com, rugiada
  • Vaporetto(c)Pixabay.com, emma2009
  • Brückenlauf(c)shutterstock.com, NoyanYalcin
  • Biennale(c)pixabay.com, cantami0diva0


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