Wien - die Metropole

Zwei große Ereignisse stehen in Wien im Jahr 2019 an. Zum einen feiert die Staatsoper ihren 150. Geburtstag, zum anderen wurde unsere Hauptstadt als Gastgeberstadt für die EuroPride 2019 auserkoren. Und das sind nur zwei von vielen Gründen, die für einen Wienbesuch sprechen.



Happy Birthday, Staatsoper!

Im Mai 2019 feiert die Wiener Staatsoper ihren 150. Geburtstag. Als Kaiser Franz Joseph I. im Dezember 1857 anordnete, die alten Stadtmauern und Befestigungen um die Wiener Innenstadt abzureißen und einen breiten Prachtboulevard mit schmucken Bauten für Kunst und Politik anzulegen, sollten schließlich auch die beiden Hoftheater – Schauspiel- und Opernhaus – am Ring einen neuen Standort finden. Erbaut wurde die neue Oper von den Wiener Architekten August Sicard von Sicardsburg, der den Grundplan entwarf, und Eduard van der Nüll, der die Innendekoration gestaltete. Aber auch andere bedeutende Künstler waren beteiligt: So etwa Moritz von Schwind, von dem die Fresken im Foyer und der berühmte Zauberflöten-Freskenzyklus in der Loggia stammen. Eröffnet wurde das Haus am Ring am 25. Mai 1869 mit Mozarts Don Giovanni. Diesen Ohrenschmaus ließ sich auch das Kaiserpaar Franz Joseph und Elisabeth nicht entgehen. Ein dunkles Kapitel in der Geschichte des Hauses waren die Jahre von 1938 bis 1945, als im Nationalsozialismus viele Mitglieder des Hauses verfolgt, vertrieben und ermordet wurden. Zahlreiche Werke durften nicht mehr gespielt werden. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Haus am Ring von verheerenden Bombentreffern weitgehend demoliert, und es war fraglich, ob die Institution das überstehen würde. Doch schon am 24. Mai 1945 hatte der Staatssekretär für öffentliche Bauten, Julius Raab, den Wiederaufbau der Wiener Staatsoper verkündet. Die österreichischen Architekten Erich Boltenstern und Otto Prossinger wurden damit beauftragt. Am 05. November 1955 wurde das altehrwürdige Haus wiedereröffnet. Das Opernhaus stand seit jeher im Blickpunkt der Musikwelt und ist eine international anerkannte Institution. Der Geburtstag wird deshalb gebührend gefeiert. Eines der Glanzlichter wird die hochkarätig besetzte Premiere von Richard Strauss’ Die Frau ohne Schatten. Gemeinsam mit Hugo von Hoffmanstal als Librettist schuf Strauss, damals Direktor des Hauses, eine märchenhafte Oper, die erstmals am 10. Oktober 1919 in der Wiener Staatsoper aufgeführt wurde. Im Geburtstagsbukett sind unter anderem insgesamt sechs Opern- und zwei Ballettpremieren vorgesehen, die Uraufführung der Kinderoper Was ist los bei den Enakos? von Elisabeth Naskes und die große Nurejew-Gala im Juni. Zweifelsohne ist die Staatsoper das berühmteste, aber nicht das einzige Opernhaus in Wien. Weiters hat sich das Theater an der Wien als das „andere“ Opernhaus etabliert und besticht mit Premieren im Monatsrhythmus von Barock bis zur Moderne. Die Wiener Kammeroper hat sich auf Raritäten spezialisiert. Und in der Volksoper erleben Sie Opernklassiker auf Deutsch, Musicals und vor allem spritzige Operetten.
Infos | www.wiener-staatsoper.at
www.theater-wien.at
www.volksoper.at
 


Wien kann stolz sein

Wien kann aber nicht nur klassisch sein, sondern auch modern, bunt und ausgelassen. Besonders deutlich wird sich dieser interessante Kontrast vom 01. bis 16. Juni 2019 im Rahmen der EuroPride 2019 zeigen. Wien wurde als Gastgeberstadt auserwählt: Auf der Jahreskonferenz der EPOA (European Pride Organisers Association) im südfranzösichen Montpellier im Oktober 2016 erhielt die Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien den Zuschlag zur Ausrichtung dieser Veranstaltung. Das Motto „Visions of Pride“ soll alle einladen, ihre ganz individuellen Visionen bei dieser Großveranstaltung zu verwirklichen. Mehr als eine Million Besucher werden zu diesem Ereignis im Juni 2019 in Wien erwartet. Auf dem Programm stehen unter andrem ein EuroPride-Run, ein Tag im Zoo, Führungen durch Wiener Museen, Filmabende und ein EuroPride-Tag im Schönbrunnerbad. Das Glanzlicht wird aber zweifelsohne die Regenbogenparade am 15. Juni sein. Die Organisatoren des Festival mit seinem Rahmenprogramm wollen ein deutliches Zeichen gegen Homophobie und Ausgrenzung setzen. Botschafter des Spektakels ist – no na – Conchita Wurst alias Tom Neuwirth.
Infos | europride2019.at


Wein und Wandern

Fast verpflichtend ist in den warmen Monaten ein Besuch beim Heurigen. Bei dem einen oder anderen Glaserl Wein – ob gespritzt oder pur – lässt es sich in den romantischen Gastgärten hervorragend über das Leben und die Liebe philosophieren. Dazu passt nicht nur eine zünftige Heurigenjause, sondern auch eine kleine Wanderung. Der Stadtwanderweg 1 beispielsweise führt von Nußdorf vorbei an gemütlichen Buschenschänken und Heurigen bis auf den Kahlenberg. Von hier aus genießt der Wanderer wunderschöne Aussichten auf die Stadt. Der Stadtwanderweg 5 hingegen führt durch historische Kellergassen Stammersdorfs vorbei an vielen Weingärten auf den Bisamberg. Auf einigen Schautafeln erfährt man zudem Interessantes über die Geschichte dieser Weinbaugegend. Nach etwa dreieinhalb bis vier Stunden erreicht man die höchste Erhebung auf dem nördlich der Donau gelegenen Teil Wiens mit seinen ausgedehnten Eichenmischwäldern, Wiesen, Äckern und Weingärten.
Infos | www.wien.gv.at


Wiener Sommer erleben

Besonders gern mögen die Wiener die große Sommerkino-Szene, die beliebte Klassiker ebenso wie Neuerscheinungen auf die Leinwände an den verschiedenen Schauplätzen bringt. Freiluftkinos findet man unter anderem auf dem Dach der Hauptbücherei am Gürtel, im Kammergarten beim Unteren Belvedere oder im Augarten. Je nach Veranstaltungsort reichen die Sitzgelegenheiten von selbst mitgebrachten Decken über Steintreppen im Amphitheater, Liegestühle bis hin zu einer Einzelbestuhlung.
Auf keinen Fall sollte man auch einen Besuch im Prater verpassen. Je nachdem, ob einem der Sinn nach Aufregung im Vergnügungspark oder nach Beschaulichkeit steht, geht man entweder in den Wurstl- oder den Grünen Prater. Am bequemsten kann man diese grüne Lunge Wiens mit der rund vier Kilometer langen Liliputbahn erkunden. Für viele Wiener ist ein Besuch im Prater untrennbar mit einer Einkehr im Schweizerhaus verbunden. Seit mehr als 40 Jahren ist das Lokal bereits eine Institution. Auf den Tisch kommen vorzugsweise deftige Stelzen und Bier. Nur wenige Schritte von der Wiener Altstadt, entlang des Donaukanals, sorgen einige Lokale und Bars mit Sandstränden, Musik, kühlen Cocktails und köstlichen Speisen für Riviera-Feeling. Entspannt geht es auch im Museums- Quartier zu: In den Lokalen kann man nach einem erlebnisreichen Sightseeing-Tag unter freiem Himmel herrlich entspannen. Ganz in der Nähe ist der Volksgarten-Pavillon ein guter Tipp für laue Sommernächte. Den Pavillon und seine Terrassen umgibt eine Grünoase inklusive eigenem Bach mitten in der Stadt. Für die Gestaltung zeichnete in den 1950er-Jahren der bekannte Architekt Oswald Haerdtl verantwortlich. Bei der U4-Station Rossauer Lände liegt die Summerstage. Zahlreiche Lokale und Freizeitangebote bieten einen Mix aus Genuss, Sport und Kultur sowie einen entspannten Blick auf das Wasser. Unvergessliche Momente am Fluss verspricht auch die Alte Donau. Das zentral gelegene – nur sieben U-Bahn-Stationen vom Stephansplatz entfernte – Freizeitparadies und ruhige Gewässer hat für jeden Geschmack etwas zu bieten und wird von den Wienern gerne in Anspruch genommen. Unter anderem warten rund 500 Ruder-, Elektro- und Tretboote auf Ausflügler aus aller Welt. Wer sich bei exotischem Flair gerne in andere Welten entführen lässt, ist bei den Afrika Tagen bestens aufgehoben. Dieses Festival lockt in der zweiten Augusthälfte zahlreiche Besucher auf die Donauinsel. Dort gibt es mit viel Kultur und Musik, einen Bazar und natürlich kulinarische Köstlichkeiten zahlreiche Eindrücke des schwarzen Kontinents für alle Sinne. Sie sehen also, es gibt allerlei zu sehen und zu tun. Planen Sie also genügend Zeit für Ihren Wien-Aufenthalt ein, um den Sommer in der Stadt so richtig auskosten zu können! Oder Sie kommen einfach öfters. Wien ist ja nicht aus der Welt.
Infos | www.altedonau.info
www.summerstage.at
wien.afrika-tage.de
www.wien.info



Bröselfetzen? Ich bitte Sie!

Fast unerhört, wie despektierlich manche Wiener ihre Leibspeise bezeichnen. Rezepte für ein zartes Stück Kalbfleisch, das in Mehl, Ei und Bröseln gewendet wird, finden sich seit dem 18. Jahrhundert in den Wiener Kochbüchern. Heute ist das Wiener Schnitzel das österreichische Nationalgericht schlechthin, weltberühmt und immer ein platt geklopfter Genuss!


Things to do

Kartentrick 1

Die Vienna City Card. Freie Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und mehr als 210 Vorteile bei Museen und Sehenswürdigkeiten, Theatern und Konzerten, beim Einkaufen, in Cafés, Restaurants und beim Heurigen. Die Wien-Karte zahlt sich einfach aus! Ein Kind fährt bis zum 15. Geburtstag kostenlos mit.


Kartentrick 2

Wer sich für ein Ticket für 24, 48 oder 72 Stunden Wien entscheidet, kann die Wiener Öffis ab Entwertung seines Fahrscheins exakt 24, 48 oder 72 Stunden nutzen. Kinder bis zum 6. Geburtstag fahren kostenlos.


Sightseeing

Wenn Sie Wien auf eine sehr bequeme Art besichtigen möchten, werden Sie auf die Big Bus Tour abfahren, die Sie zu allen großen Sehenswürdigkeiten chauffiert. Auf den flexiblen, von Audiokommentaren begleiteten Touren können Sie an über 15 zentral gelegenen Haltestellen nach Belieben ein- und aussteigen.
www.bigbustours.com

Alter Bach-Hengl

Freuen Sie sich, wenn der traditionelle Föhrenbuschen neben der Haustüre hängt! Dann erwartet Sie beim Alten Bach-Hengl Wiener Gastlichkeit und gemütliche Atmosphäre.
www.bach-hengl.at

Tipps & Termine

Filmfestival am Rathausplatz
29. Juni - 01. September 2019
Rathausplatz
Das größte Kultur- und Kulinarik-Festival Europas bietet musikalische und künstlerische Hochgenüsse.
www.filmfestival-rathausplatz.at

Planetarium
ganzjährig
Prater/ neben dem Riesenrad
Hier werden die Besucher auf eine atemberaubende Reise durch die Weiten des Weltalls mitgenommen.
www.vhs.at

Caravaggio & Bernini
15. Oktober 2019 - 19. Jänner 2020
Kunsthistorisches Museum Wien
www.khm.at

Sommer am Donaukanal
Mai - September 2019
www.summerstage.at
www.badeschiff.at
www.strandbar-herrmann.at

Albrecht Dürer
20. September 2019 bis 06. Jänner 2020
Albertina
www.albertina.at

Museum der Illusionen
ganzjährig
1010 Wien
www.museumderillusionen.at

Impressionen  

  • Nationalbibliothek(c)shutterstockc.om, BGS_Image
  • Fernwärme(c)shutterstock.com, travelview
  • Café Landtmann(c)Wien Tourismus, Christian Stemper
  • Liliputbahn(c)shutterstock.com, Creativan
  • Innenstadt(c)shutterstock.com, BABAROGA


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